Rumeynishe Fantasien
jiddische Instrumentalmusik, inspiriert von den traditionellen Klängen der Klezmerwelt, eine Verbindung zu den Klangwelten der Klassik schaffend
„Rumeynishe Fantasien“, das ist das aktuelle Programm und die CD mit dem das Duo Johannes Paul Gräßer & Szilvia Csaranko ab 2012 zu erleben ist.
Seit 2010 spielen die beiden Musiker, die seit vielen Jahren intensiv im Bereich Klezmer- und Weltmusik aus Osteuropa tätig sind, gemeinsame Konzerte, ursrpünglich unter dem Duo Namen "lebedik".
In dieser Zeit kreierten sie ihren ganz eignen Sound, der inspiriert von den traditionellen Klängen der Klezmerwelt, eine Verbindung zu den Klangwelten der Klassik herstellt.
Der einzigartige und verzaubernde Klang der Violine, mal seufzend, mal lachend, verschmilzt in lieblichen, mitunter dramatischen Dialogen mit Klavier und Akkordeon zu einer Klangsymbiose, die unendliche Geschichten zu erzählen vermag:
Die Thüringer Allgemeine schrieb am 17.5.2011, nach einem Konzert des Duos: „Wer die Augen schloss, sah sich via Kopfkino allein an Hand der Musik in eine jiddische Hochzeit irgendwo in einem osteuropäischen Dorf der 1930er-Jahre versetzt“.
Eine begeisterte Konzertveranstalterin beschrieb das Programm als „wunderbare beseelte Musik, musikalische Raffinesse, Fantasie... eine Musik, die so befreiend aus den Wurzelkräften kommt!“
Im Mittelpunkt des Konzertprogramms stehen traditionelle Melodien aus Rumänien,
insbesondere die namensgebenden „Rumeynishen Fantasien“, die der Klezmergeiger Joseph Solinski vermutlich 1911 in Warschau erstmals einspielte.
Die als „Part 1, 2, 3 und 4“ aufgenommenen Solostücke für Violine und ursprünglich Tsimbl, bezaubern den Zuhörer durch zerbrechliche Schönheit und erlangen durch das fehlen- de Wissen sowohl über ihre Herkunft als auch über den Interpreten Solinski ein gewisses Maß an romantischer Mystik.
Dem gegenübergestellt werden rumeynishe Tänze ergänzt durch traditionelle jiddische Hochzeitsmelodien, die ihren Ursprung in den Klezmerkapellen in Osteuropa haben, und fester Bestandteil eines jeden Hochzeitsritus waren.
Ihre Popularität erlangten sie jedoch in den Interpretationen der eher kleinen Ensembles der jüdischen Auswanderer in den Jazzclubs der Lower Eeastside in den 1920er und 1930er Jahren. Bis heute haben sie nichts an ihrer Ausstrahlungskraft verloren.
Den Ursprung der Klezmermusik in der Synagogalmusik suchend, hören Sie auch Melodien aus diesem Kontext. Diese schließen den Bogen zwischen traditioneller und klassischer Musik hin zu einem neuen Klangerlebnis.
Die Musiker:
Szilvia Csaranko (Piano, Akkordeon) ist gebürtige Ungarin, stammt aus einer Musikerfamilie und begann im Alter von 6 Jahren ihre Ausbildung zur klassischen Pianistin. Sie studierte Kulturwissenschaften und Ästhe- tische Praxis mit Hauptfach Musik in Hildesheim. Auf der Suche nach ihren eigenen musikalischen Wurzeln kam sie schließlich zur osteuropäischen Folklore und Klezmer und entdeckte damit auch ihre Liebe zum Akkordeon. Seitdem widmet sie sich intensiv der Verbindung von Jazz und freier Improvisation mit der Volks- musik verschiedener Kulturen. Szilvia Csaranko ist freiberufliche Musikerin, Arrangeurin und Kulturpädago- gin. Sie lebt in Hannover.
Johannes Paul Gräßer spielt Geige seit seinem 5. Lebensjahr. Nach langjähriger klassischer Ausbildung such- te er seinen musikalischen Weg in verschiedenen Musikgenres. Seit 2000 setzt er einen deutlichen Fokus auf Klezmer, Folk und experimentelle Musik. In diesem Bereich ist er Mitglied und Initiator verschiedener Ensembles (u.a. „modern klezmer quartet“, „sher on a shier“). Er spielte u.a. beim Jewish Festival Krakow (PL), in Brest (BY), Italien und Dänemark und ist als Gastmusiker auf zahlreichen CD-Einspielungen zu hören. Er lebt in Erfurt.
Folk
